Der schweizer Naturforscher Kart von Fritsch besuchte 1863 die Insel El Hierro und bestätigte die Existenz einer Kolonie grosser Echsen in den Roques de Salmor an der Nordküste der Insel. Diese Wiederentdeckung weckt das Interesse der Wissenschaftler, das endgültig mit dem Besuch von Oscar Simony, Naturforscher des Wiener Museums ausbricht. Simony katalogisiert eine neue Spezie, den Lacerta Simonyi und erstellt die erste ernsthafte Studie über die sagenumwobene Echse von El Hierro. Simony beschreibt eine zwischen 50 und 70 cm grosse schwarzbraune Art mit gelblichen Ocelli an den Seiten. Diese Entdeckung löste eine Sammelhysterie bei den Naturmuseen der Welt aus, weswegen die letzten lebendigen Exemplare die Roques de Salmor 1931 verliessen. Die Echse war ausgerottet. Heute sind von jener Plünderung nur noch 10 ausgestopfte Tiere übrig: fünf im British Museum in London, drei in Wien, eines in La Palma und ein weiteres in Teneriffa.
Vier Jahrzehnte später, im Jahr 1975 fängt ein Schäfer in Guinea zwei Exemplare auf Geheiss einess deutschen Sammlers. Die Riesenechse gab es noch und sie sollte wieder von der Insel gebracht werden. Die Bewohner von El Hierro mobilisierten sich und schafften es nicht nur, dass diese zwei Exemplare die El Hierro nicht verliessen, sondern machten klar, dass es notwendig war, zu handeln, um die Spezie zu retten und zu erhalten. Die Fuga de Gorreta, genau an den Riffen, die in Richtung Salmor blicken, waren das letzte Versteck einer Echse, die sich nach Studien als eine Unterart des Lacerta Simonyi herausstellte und Lacerta Simonyi machadoi getauft wurde, zu Ehren des Schäfers, der sie wiederentdeckte.
Die Riesenechse von El Hierro ist ein Lacertid von 50 cm Länge und schwarzbrauner Farbe, die bis zu 300 g wiegen kann. Die Lebenserwartung liegt um 15 Jahre und die Männchen weisen ein ausgeprägtes Territorialverhalten auf. Die Zeit der Vermehrung beginnt im Mai und Anfang Juni legen die Weibchen zwischen fünf und zwölf weisse Eier, die einen Durchmesser von etwa 3 cm haben und aus denen nach 20 Tagen vollkommen unabhängige Jungtiere schlüpfen. In den ersten Lebensjahren (zwei bis vier) sind sie Insektenfresser und werden im Erwachsenenalter zu Pflanzenfressern. Der natürliche Hauptfeind ist der Falke, obwohl die grösste Gefahr für das Überleben dieses Reptils Arten darstellen, die der Mensch auf die Insel gebracht hat, wie Katzen, verwilderte Hunde und Ratten.
Hoffnung auf Wiedereinführung
1993 wurde aufgrund der Bemühungen der spanischen und kanarischen Regierungen das Echsenhaus von Guinea eingeweiht, ein Zentrum für die Zucht in Gefangenschaft und das Studium, mit dem in den letzten Jahren spektakuläre Erfolge erzielt worden sind. Diese Einrichtung verfügt über ein für das Publikum geöffentes Interpretationszentrum und hat einen Plan zur Wiedereinführung der Riesenechse begonnen, der schon erste Ergebnisse zeigt. In dem Zentrum wird die Art unter genetisch durchführbaren Parametern vermehrt und die kleinen Echsen auf das Leben in Freiheit vorbereitet.
Echsenhaus von Guinea
Ort: Landstrasse Frontera – Valverde
Besucherzeiten: Geöffnet Dienstag, Donnerstag und Samstag (von 10 bis 14 Uhr und von 16 bis 18 Uhr).
Eintrittspreis: Bewohner: 3,60 Euro; Fremde, 4,25 Euro
Tel.: 922 55 50 56