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 La Palma  El Hierro  La Gomera  Teneriffa | Gran Canaria  Fuerteventura  Lanzarote 
Ein Schmuckstück des goldenen Zeitalters der Seefahrt
Der Correillo La Palma wird in der Zukunft das Schifffahrtsmuseum von Teneriffa aufnehmen
Gerader Bug und elegante Linien. Ein Blick auf den Rumpf des Correillo La Palma, die auf Teneriffa restauriert wird, heisst, die Erinnerung an Zeiten wachzurufen, in denen die Seefahrt die einzige Möglichkeit war, Länder und Kontinente miteinander zu verbinden. Sie war Jahrzehnte lang verlassen und wird jetzt einer ausführlichen Restaurierung unterzogen, um eine der wichtigsten Seefahrtslegenden der Kanaren am Leben zu erhalten.

Der Correillo La Palma ist der letzte Zeuge des ersten erfolgreichen Versuchs, die Kanarischen Inseln über das Meer miteinander zu verbinden. Nach ersten Versuchen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschliesst die Regierung 1911, die Transportwege zwischen den Kanarischen Inseln für Passagiere und Güter auszuschreiben. Die Firma Vapores Canarios, Tochtergesellschaft der britischen Gesellschaft Elder Dempster bekommt den öffentlichen Vertrag und bringt zu allen Inseln die Schiffslinien, die seit 1888 funktionieren. Um dem anspruchsvollen Vertrag gerecht zu werden, war es unumgänglich, die alten Dampfschiffe durch schnellere Schiffe zu ersetzen, die in der Lage waren, in Naturhäfen mit geringem Tiefgang zu ankern.

Mit diesem Ziel wurden sechs neue Schiffe gebaut: drei Schiffe mittlerer Grösse und drei kleinere, die "Playeros" genannt wurden und problemlos in Naturbuchten ankern konnten. Um den Ansprüchen der Regierungslizenz zu genügen, begann man 1911 La Palma, El León y Castilla und El Viera y Clavijo zu bauen (die grösseren) und die Playeros Fuerteventura, Lanzarote und Gomera-Hierro. Die mit dem Bau der Schiffe beauftragte Firma ist W. Harkess & Son Ltda. de Middlesbrough (England); das Ziel der Schiffahrtsgesellschaft ist es, über eine Flotte von Schiffen zu verfügen, die geeignet für das kanarische Meer sind. Ein Jahr später verlässt La Palma das englische Werk, ein Schiff von wenig mehr als 67 Metern Länge, das einen Wendepunkt in der Schifffahrtsgeschichte des Archipels darstellte.  Im April besteht das Schiff problemlos die Tests auf dem Meer (es erreicht 11 Knoten Geschwindigkeit) und kommt wenig später auf den Inseln an, um den Dienst nur einen Monat später aufzunehmen. Am 5. Mai 1912 läuft das Schiff zum ersten Mal in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife ein und beginnt den aktiven Dienst.

Vom ersten Augenblick an stellen die Schiffe ein grundlegendes Element der Verbindung nicht nur zwischen Hauptstadthäfen dar, sondern auch zwischen Dörfern der Inseln, die durch eine komplizierte Orographie und ein unzureichendes, schlecht ausgerüstetes Kommunikationsnetz schwer zu erreichen waren. Der von Vapores Interinsulares Canarios unterschriebene öffentliche Vertrag umfasste auch Küstenrouten zwischen den wichtigsten Naturhäfen jeder Insel. Um das Be- und Entladen von Passagieren und Fracht in diesen offenen Ankerbuchten vorzunehmen, verfügen die Schiffe über kleine Boote und die Correillos fangen an, an Orten zu ankern, die vorher isoliert waren.

Aber es lief nicht immer alles nur glatt. Die Schiffe mussten Krisenzeiten trotzen. Der Erste Weltkrieg (1914-1918) futre zu einer Erhöhung der Kohlepreise, weswegen die grössten Schiffe für Routen auf der Halbinsel eingesetzt werden mussten. Die zweite Feuerprobe brachte der spanische Bürgerkrieg (1936-1939) mit sich. Die Kanaren bleiben in nationalem Gebiet und die Correillos fallen in den Hände der Truppen des Generals Franco. Die La Palma wird von dem aufständischen Heer eingezogen und nachdem an ihr einige Geschütze angebracht werden, wird sie zum Militärtransport verwendet. Ein Jahr vor dem Ende des Bürgerkriegs (1938) kehrt die La Palma auf die Inseln zurück. Aber die Zeiten haben sich geändert und die Correillos müssen von Grund auf erneuert werden. Die alten Schiffe genügen nicht mehr den Ansprüchen einer Überfahrt, die moderne und bequemere Schiffe  benötigte. 1950 kommt es zu einer tiefgreifenden Modernisierung.

Als erstes wird der Dampfmotor durch Dieselverbrenner ersetzt, ein Treibstoff, der preiswerter ist als die Kohle und einen höheren Brennwert hat, was zu einer höheren Geschwindigkeit bei der Überfahrt führt. Gleichermassen werden die Navigationsinstrumente und die Kajüten verändert. Die La Palma, wie ihre Schwesterschiffe sehen wie neu aus, behalten aber den unverwechselbaren Stil der Schiffe vom Anfang des 20. Jahrhunderts bei.
 
Die La Palma bleibt bis zum 17. Mai im Dienst. An diesem Tag erlitt das Schiff eine schwere Haverie an einem der Kessel, was das definitive Ausscheiden aus dem Dienst ratsam machte. Das Schiff wird bis Las Palmas de Gran Canaria geschleppt und liegt dort bis 1986, als der Inselrat von Tenerife Eigentümer wird, um es in das Schiffsmuseum der Kanarischen Inseln zu verwandeln.  Heute liegt das Schiff immer noch auf dem Trocknen in einer Werft auf Teneriffa. Seit dem Jahr 2000 sind in seinem Inneren verschiedene Beschäftigungsmassnahmen durchgeführt worden, um es zu restaurieren und ihm den alten Glanz zurückzugeben. 

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