Jandía, der andere NaturparkDer Süden Fuerteventuras umschliesst wilde Berge und traumhafte SträndeAls Miguel de Unamuno vertrieben durch die Diktatur von Primo de Rivera nach Fuerteventura kam, sagte er, dass dieses Stück verbrannte Erde einem Inselskelett gleiche. Don Miguel lernte nach einigen Monaten in seinem neuen Zuhause, Fuerteventura mit anderen Augen zu sehen und gab zu, dass dieses Ödland, das ihn so sehr an bestimmte Teile Kastiliens erinnerte, sein Herz erobert hatte. Südlich der zweitgrössten Insel der Kanaren erstreckt sich ein Naturpark, in dem sich die Insel lebendig und wild zeigt, wenn auch mit diesem Ockerton, der die Maxorata auszeichnet. Jandía mit seinen blanken Bergen und seinen traumhaften Stränden ist ein ganz anderer Ort, an dem der Besucher sich in der wilden Schönheit einer reinen Insel verlieren kann.Der Naturpark Jandía bedeckt den südlichen Bereich Fuerteventuras. Auf seinen 14.318 Hektar, die ihn zum grössten Naturschutzgebiet der Insel machen, verstecken sich eine Vielzahl an verschiedenen Ambienten und Landschaften, obwohl sie alle einen gemeinsamen Nenner haben: die geringen Niederschläge. Wer bis zu dieser Ecke des Atlantiks reist, muss die grünen Wälder oder Obstgärten der Küstengebiete vergessen. Nein. Fuerteventura ist so etwas wie der Vorbote dessen, was 100 km weiter östlich wartet: die Wüste Sahara. Diese Insel und ihre Nachbarin Lanzarote befinden sich ausserhalb des Einflusses der Passatwinde. Die geringe Erhebung über dem Meeresspiegel verhindert, dass die Feuchtigkeit, die aus dem Inneren des Atlantiks kommt, zwischen den Bergen gefangen bleibt, was zu Landschaften geführt hat, bei denen die Dürre die Hauptrolle spielt.
Aber dies ist nicht so sehr ein Handicap, als dass es aus Fuerteventura eine besondere Insel gemacht hat. Die blanken Berge und die öden Felder gehören unzertrennlich zur Landschaft der Insel dazu und sind ein grundlegendes Element des Charakters und der Kultur der Männer und Frauen der Insel. Und Jandía vereint auf wenigen Kilometern die ganze Essenz von Fuerteventura. Diese kleine Halbinsel beherbergt die einzigen Bergökosysteme der Insel, abfallende Riffe und einige der beeindruckendsten Strände des Archipels. Es ist so etwas wie die ganze Insel Fuerteventura in Kleinformat und so müssen das auch die alten Siedler gesehen haben, da eine Steinmauer, von der heute nur einige Reste übrig sind, die Maxorata in zwei teilte, wobei südlich nur ein kleines Stück Land als unabhängiges "Königreich" übrig blieb.
An diesem Ort konzentriert sich die Mehrheit der zwölf endemischen Spezies, die auf Fuerteventura vor allen Dingen in Gipfelnähe wachsen. Wie der CARDÓN von Fuerteventura, ein echtes pflanzliches Symbol der Insel. Eine weiter Attraktion dieser Halbinsel im Süden Fuerteventuras ist die Katalogisierung als Besonderes Vogelschutzgebiet. Die berühmtesten Bewohner sind der bedrohte Schmutzgeier, der Flugfalke, der Mäuseadler oder Falke. Dies sind die grossen Raubvögel, die um die Felsen von Jandía herum ihren Aufenthalt suchen. Es handelt sich um ein Vogelparadies, das ausserdem andere berühmte Bewohner hat wie die Kanarische Kragentrappe (endemisch auf Fuerteventura und Lanzarote. Symbol der Fauna auf Fuerteventura), den Rennvogel, den Triel oder den Wiedehopf unter anderem. Da dieser Naturpark auch über grosse Wasserflächen verfügt, wird er zu einem Durchzuggebiet, Nist- oder Wohnort einiger hochinteressanter Meeresspezies, von denen der Gelbschnabel-Sturmtaucher hervorzuheben ist.
Nach Aussen hin ist einer der wichtigen Punkte dieses Naturgebiets sein reichhaltiger Meeresgrund. Die gesamte Küste ist Durchgangsort für Walfische, vor allen Dingen im Sommer und ein privilegierter Ort ist das Gebiet um Cofete. Wal oder gemeiner Wal, Pottwale, gemeine Grindwale und gemeine Delphine und Tümmler sind einige der Spezies, die in diesen kanarischen Gewässern schwimmen. Ein weiterer Stammgast ist die Unechte Karettschildkröte und bis vor wenigen Jahrzehnten die Lederschildkröte (die grösste dieser Spezies), die die riesigen Strände aus weissem Sand von Jandía dazu nutzte, ihre Eier zu legen. Leider kann man schon seit einigen Jahren nicht mehr den Gebrauch der Küste Fuerteventuras für die Schildkrötenaufzucht beobachten.
Aber ohne Zweifel besteht die Hauptattraktion dieses Teils der Insel aus den kilometerlangen Stränden. Cofete im Westen und Sotavento im Osten sind vielleicht die bekanntesten, aber längs der Küstenlinien folgen kleine Buchten und grosse Strände mit weissem, feinem Sand dicht aufeinander.