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Ein Ort, an dem die Natur und der Mensch Hand in Hand gehen
Der südwestliche Teil der Insel Gran Canaria wird zum Biosphärenreservat
Gran Canaria ist eine aussergewöhnliche Insel. Der Preis für die grosse wirtschaftliche Entwicklung, den sie von Beginn der Zugehörigkeit zum Königreich Kastilien (1483) an erlebte, waren Umweltschäden, deren trauriger Höhepunkt Mitte des 19. Jahrhunderst erreicht war. Von diesem Zeitpunkt an hat die Insel eine spektakuläre Erholung erfahren, die im Zentrum und im Westen der Insel greifbar ist. Die westliche Spitze von Gran Canaria ist einer der wenigen Orte der Insel, an denen der Einfluss der menschlichen Hand minimal war. Saftige Pinienhaine, an denen man noch immer den Pinzón Azul oder den Pico Pica sehen kann, Pinien, Schluchten, traumhafte Palmenwälder oder schwindelerregende Abgründe sind einige der Trümpfe, die die Gegend ausspielt, um zum vierten Biosphärenreservat der Kanarischen Inseln zu werden.

Sie nimmt etwas mehr als 45% der Gesamtoberfläche der Insel ein, aber hier leben nur knappe 1,46% der Inselbevölkerung. Beim Überschreiten der natürlichen Grenze der Calder de Tejeda, taucht man in eine andere Insel ein. Die Häuser verschwinden und die Natur befreit sich vom Einfluss des Menschen. Das Auto lässt plötzlich Roque Nublo hinter sich und die Landschaft verändert sich. Es gibt keine Dörfer mehr. Nur noch Berge; nur noch Schluchten; nur noch Pinienhaine; nur noch ein wildes Gran Canaria, in dem der Mensch nur zu Besuch ist. Gemäss dem Programm Mensch und Biosphäre der UNESCO, ist die Aufgabe dieser Reserve “eine ausgeglichene Beziehung zwischen Menschen und der Biosphäre zu fördern und nachzuweisen”. Unter dieses allgemeine Kriterium fallen Umweltfaktoren, Geschichte und Ethnografie, ein Mosaik aus Verdiensten, die die gute Beziehung zwischen den Bewohnern des Gebiets und ihrer Umgebung belegen sollen.

 

Das Biosphärenreservat Gran Canaria erfüllt alle diese Anforderungen, da sich hier der Mensch den Umweltbedingungen eines Bodens fügen musste, dessen Härte ihn wenig angemessen für menschliche Aktivitäten machte. Aber trotzdem ist die Beziehung der Bewohner Gran Canarias mit dieser Gegend seit geraumer Zeit fruchtbar. Die menschlichen Spuren reichen von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben, die bis in unsere Tage überlebt haben, bis zu einem reichen archäologischen Kulturerbe, das Zeuge des Aufenthalts der alten Kanaren in diesem Gebiet ist. Aber die widrigen Bedingungen des Territoriums haben die Entwicklung der menschlichen Aktivitäten geprägt. Das Gebiet war unzugänglich und die Bauern des Landstrichs wurden hiervon bestimmt, da der einzige Weg um das Überleben zu gewährleisten war, sich mit der Umgebung zu verbünden.

 

Das Ergebnis dieser Symbiose aus Bedürfnissen ist eine kaum bewohnte Gegend, in der die menschliche Aktivität Hand in Hand mit der Erhaltung der ökologischen Werte eines Gebiets geht, das sich durch den guten Erhalt der Umwelt auszeichnet. Das von dem Inselrat von Gran Canaria gewählte Gebiet, das zum vierten Biosphärenreservat der Kanaren werden soll, umfasst den westlichsten Teil des Naturparks El Nublo, ein grosses Stück der Insel, zu dem unter anderem das Integrale Reservat Inagua, das Spezielle Reservat Güi-Güi und ein grosses Küstengebiet, das den Grossteil der südwestlichen Küste der Insel umfasst.

 

Hinsichtlich der Natur verfügt das Reservat über ganz unterschiedliche Ökosysteme, ausgehend von 1 500 Metern über dem Meeresspiegel bis zur Westküste der Insel. Und dazwischen befinden sich die schönsten Pinienhaine der Insel, vertreten durch das Intregrale Reservat Inagua, Überreste thermophiler Wälder, von denen die Palmen- und Zedernwälder hervorzuheben sind und die am besten erhaltenen Ökosysteme der Insel. Geologisch umfasst das Reservat einige der interessantesten Gesteinsformationen der Insel. Dieser Bereich von Gran Canaria ist der älteste der Insel und erlaubt die Beobachtung an der Oberfläche von vulkanischem Urmaterial des Inselgebäudes. Die lange Lebensdauer des Bodens hat eine intensive Erosion ausgelöst. Wind und Wasser haben über Millionen Jahre tiefe Falten in ein gebeuteltes Gebiet gezeichnet, das aus aufschiessenden Bergen, tiefen Schluchten und Küstenkliffen von hunterten Metern Höhe besteht. Die Anordnung ist ganz klar ein landschaftlich wertvolles Gelände und einen Besuch wert.

 

Heute beherbergen die Kanaren drei weitere Landschaften, die Biosphärenreservat ernannt wurden (es gibt auf der ganzen Welt 459 Reservate in 97 Ländern) auf El Hierro, La Palma und Lanzarote. Die letztliche Auszeichnung Gran Canarias machte die Insel zu einem der Gebiete mit höchster Umweltqualität der Erde.

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