La Geria: Der Mensch misst sich mit der Kraft der ElementeDie Landwirtschaft des Inselzentrums ist ein Beweis des Kampfes der Bewohner von Lanzarote um zu überlebenEs gibt wenige Orte wie die Insel Lanzarote, an denen der Mensch es verstanden hat ein klares Freundschaftsverhältnis mit seiner Umgebung einzugehen. Ein Beispiel für diese Symbiose zwischen Natur und Zivilisation ist die geschützte Landschaft La Geria mit mehr als 5.000 Hektar Anbaugebiet, auf denen der Einfallsreichtum der Inselbewohner die Schwierigkeiten einer feindlichen Umwelt bezwingen konnte und so einen Raum mit hohem landschaftlichem Potenzial und unschätzbarem etnographischem Wert schuf. Zwischen den Felder aus Vulkanasche haben es die Männer und Frauen dieser Insel voller Überraschungen verstanden, die wenigen Vorteile des Vulkangebiets zu nutzen, um ein Brachland von schwarzer Schlacke in eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Spaniens zu verwandeln.Ein Spaziergang durch das Innere Lanzarote bedeutet, von einer Überraschung zur nächsten zu gelangen. Die Vulkaninsel, die von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde, hat immer auf exquisite Weise die Eingriffe des Menschen mit demNaturerbe der Insel auszugleichen gewusst, eine Art unausgesprochener, nicht übertretbarer Vertrag, der eine einzigartige Umgebung geschaffen hat, in der der Mensch keine Bedrohung für die ihn aufnehmende Umwelt darstellt. Seit den Zeiten vor der Eroberung mussten die Bewohner Lanzarotes sich mit einer feindlichen Umwelt auseinandersetzen, die sich durch Wasserknappheit und eine komplizierte Geographie auszeichnet. Im 18. Jahrhundert bedeckte eine Reihe von Vulkanausbrüchen die besten Anbaugebiete der Insel mit einer dicken Schicht aus Ansche und Lava. Die Männer und Frauen dieses Fleckchens Erde haben sich nie von den Übergrifen der Natur einschüchtern lassen und weit davon entfernt aufzugeben, krempelten sie die Ärmel hoch, um eine der aufwühlendsten Landschaften der Kanarischen Inseln zu schaffen: La Geria.
Diese einzigartige landwirtschaftliche Umgebung erstreckt sich über 5.255 Hektar, die sich im geographischen Zentrum der Insel konzentrieren und eine aussergewöhnliche Landschaft bilden, in der der Mensch seinen ganzen Einfallsreichtum aufbringen musste, um die weiten Felder aus Vulkanasche nutzen zu können, die diesen Teil der Insel einnehmen. Die Lösung, um diese Umgebung zu zähmen ist einfach. Statt auf der Oberfläche anzubauen, wurden tausende von Löchern in den Boden gegraben, so das sich eine Landschaft aus kleinen Löchern bildet, die die gesamte landwirtschaftlich nutzbare Oberfläche bedecken. Die optische Wirkung wird durch die Schutzvorrichtung für die Anpflanzungen aus runden Mauern aus getrocknetem Stein vervollständigt, die in Richtung der vorherrschenden Winde erbaut sind, wodurch eine Art unendliches Mosaik entsteht, das gut als optische Illusion benutzt werden könnte.
Die Frage nach dem Warum dieser merkwürdigen Anbautechnik ist leicht zu beantworten: Einerseits bilden die Vulkansande einen sehr fruchtbaren Anbauboden, wenn auch die Kolonisierung durch die Pflanzen schwierig ist. Die schwarze Asche, die es auf der gesamten Insel in Hülle und Fülle gibt, ist ausserdem ein hervorragender Feuchtigkeitsspeicher, der das Wasser zurückhalt, das nachts in Form von Reif fällt. Lanzarote befindet sich aufgrund der geringen Höhe ausserhalb des Passatzyklus (die mit Feuchtigkeit gefüllten Wolken treffen nicht auf die Berge), ein grosses Handicap für die Bauern, die sich etwas einfallen lassen müssen, um die Ernten zu erhalten. Im Schnitt fallen jährlich nur etwa 150 Millimeter Niederschlag auf der Insel, was nicht ausreicht, um eine normale Landwirtschaft zu betreiben. Das zweite Bauelement der Anordnugn, die Steinmauern, sind der Windschutz, der verhindert, dass die Pflanzungen verbrennen.
Obwohl man einige Obstbäume antrifft, ist der Anbau dieses Gebiets der Insel vorwiegend Wein. Jedes Loch beherbergt einen dieser mythischen Sträucher, die verantwortlich sind für den berühmten Wein Lanzarotes, das Aushängeschild der guten Tropfen einer Insel, die sich als eine der ausgefallensten Herkunftsbezeichnungen der spanischen Geographie gefestigt hat.